Huch! Anzeige auf falsches Haus aufgegeben!


Da standen wir alle da, an diesem Morgen. Offene Münder und Ungläubigkeit standen uns ins Gesicht geschrieben. „Also das ist Haus Nr. 17?“, „Sind Sie sich sicher?“ „Kann man nicht tauschen?“
Anders als in Deutschland, sind hier Hausnummern nicht so wichtig, genauso wie es hier zum Beispiel niemals Klingeln gibt. Man kann hier froh sein, wenn man überhaupt ne Haustür besitzt. Die meisten ärmlicheren Familien kaufen ein Grundstück und bauen sich dann ihr eigenes Haus mit Backsteinen, den Eingang mit irgendwelchen Stöcken und Ästen, die sie im Wald finden und an ein Stacheldraht befestigen. Waschbecken kann man hier übrigens einfach in nem ganz normalen Shop am Straßenrand des kleinen Städtchens Satelite Norte kaufen, was aber eigentlich nur die Schale ohne jegliche Rohre ist, da man sie auf ein selbstgebautes Holzgestell stellt, sodass das Wasser auf den Boden in die Erde ablaufen kann.
Myriam und ich waren ja schon super happy, dass wir so ein „großes“ Haus für uns haben, wobei man auch sagen muss, dass hier eigentlich so gut wie alle Mittelklasse-Häuser Bungalows sind. Wir standen also vor unserem Haus, vor uns unsere beiden Vermieter, die uns doch tatsächlich gerade klar machen wollten, dass nicht Myriam und ich bis zum 10. Januar aus dem Haus ausziehen müssen, sondern tatsächlich MARIA JOSÉ!
Was macht man in so einem Fall? Reden. Überreden. Versuchen zu Überreden. Ich weiß aber trotzdem noch nicht, was mir lieber wäre: uns in das Haus unserer Chefin einzuquartieren oder dass sie bei uns einzieht!

Lasst es uns herausfinden. 😀

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